Holocaust – Gedenkstein für unsere deportierten jüdischen Gemeindemitglieder

Dorfakademie Hambuch e.V. erzählt die Geschichte der Juden

Holocaust Mahnmal wird heute vorgestellt
Von unserer Mitarbeiterin Ursula Augustin

Hambuch. Den Senheimer Bildhauer Christoph Anders hat die Dorfakademie Hambuch beauftragt, ein Mahnmal für die jüdischen Mitbürger zu schaffen, die unter dem Naziregime ermordet wurden. Am heutigen Mittwoch, 9. November, um 16.30 Uhr stellt der Künstler das Mahnmal in der Alten Schule vor. Der Zeitpunkt bietet sich an, denn in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938, die als Reichspogromnacht in die Geschichte einging, setzten die Nazis in Deutschland zahllose Synagogen und jüdische Geschäftsräume in Brand und zerstört sie. Am 9. November gedenken zahlreiche Menschen den Opfern des Holocaust. Die Juden, die in Hambuch lebten, waren akzeptierter und gleichberechtigter Teil der Dorfbevölkerung. An sie erinnert das Tonrelief von Christoph Anders. Es ist mehr als eine Gedenktafel, es erzählt die Geschichte der Juden im Allgemeinen und während der Nazizeit im Besonderen. „Alle Türen waren verschlossen, nur eine nicht. Sie zeigte den Weg nach Auschwitz.“ – dieses Zitat von Margot Friedländer aus ihrem Buch „Versuche, dein Leben zu machen“ inspirierte Christoph Anders zum Mahnmal.

Im Vordergrund des Reliefs steht eine Häuserfassade mit schönen, gediegenen Türen. Blumen blühen. Jedoch hinter dieser Fassade Auschwitz. Ein Wachturm verbindet die heile und die unheilvolle Welt. Eisenbahnschienen führen auf ein Tor zu. Dieses Tor, der Eingang zu Auschwitz, lässt sich öffnen. Auf ihm stehen die Namen der Hambucher Juden: Paula Hessel, Robert Hessel, Herbert Löwenstein, Selma Siegler, Jenny Simon, Berta Wolff, Edit Wolff, Gertrude Wolff, Hans Wolff, Susanne Wolff, Moritz Wolff. Auf der linken Seite ist ein Mauerdurchbruch. Er erinnert an mutige Hambucher, die eine jüdische Familie versteckt hatten und sie durch den Mauerdurchbruch versorgten.

Gedenktafel