Konzept

Grundlegende Zielsetzung:

Die Welt wird kleiner. Globalisierungstendenzen stellen die Menschen vor besondere Herausforderungen. Sozialräume und Lebensräume prallen aufeinander, sind zu Anpassungsleistungen und Veränderungen gezwungen.

Durch die Schnelllebigkeit unserer Zeit verändern sich Werte, Normen, Anforderungen, Wissensansprüche, kulturelle Affinitäten.

Für viele Menschen spiegelt das Leben im ländlichen Raum nicht mehr die Vielfalt der kulturellen Möglichkeiten wieder. Man erlebt sich als abgeschnitten von den Ereignissen und Angeboten der Städte, hat nicht den raschen Zugang, die Verfügbarkeit und Qualität der Angebote werden als nicht genügend attraktiv und spektakulär eingeschätzt.
Soziologen prognostizieren bereits eine Landflucht, in deren Folge leere Dörfer und daraus resultieren ein weiteres Streben in die Städte; ein Teufelskreis.

Die Dorfakademie möchte dazu beitragen, im Rahmen der Möglichkeiten unserer Gemeinde, das Leben im ländlichen Raum noch attraktiver zu gestalten, die Lebensbedingungen aufzuwerten, ein Bewusstsein für die unzähligen Ressourcen Kompetenzen und Möglichkeiten zu schaffen und damit auch Urbanisierungstendenzen vorbeugen.
Kurz gesagt geht es um die Erhöhung der Lebensqualität durch Förderung und Verbesserung der soziokulturellen Bedingungen. Darunter verstehen wir alle Formen des konstruktiven Miteinanderumgehens, die dazu dienen die Befindlichkeiten und Fähigkeiten von Einzelnen, Gruppen oder der Dorfgemeinschaft im Innen- und Außenverhältnis zu verbessern.



Zielgruppe

Adressaten sind Menschen aller Altersgruppen der Gemeinde Hambuch
Gäste und Besucher, Freunde und an den speziellen Angeboten Interessierte.

Durch das Schaffen eines leichten Zugangs zu schnellverfügbaren, vielfältigen, attraktiven und niedrigschwelligen Aktivitäten wird die Möglichkeit einer Teilhabe aller an den kulturellen Angeboten angestrebt.

Heterogenität und Vielfalt der Adressaten wird als Chance gesehen , Verständnis füreinander zu fördern, Ängste abzubauen, Barrieren wegzuräumen, Integration zu leisten und soziale Kompetenzen zu erhöhen,

Das Ziel einer generations- und kulturübergreifenden Verbesserung der sozio-kulturellen Bedingungen für alle bezieht sich auf Menschen aller Altersgruppen, verschiedener Kulturen und Sozialisationen. Nicht das Trennende soll gesucht, sondern das Gemeinsame gefunden werden.

Die Heterogenität sollte sich auch in der Zusammensetzung des Vereines und der Zusammensetzung des Vorstandes zeigen.Es sollten Vertreter verschiedener Altersgruppen, beiderlei Geschlechts, mit unterschiedlichen Fähigkeiten und Interessen und kulturellen Hintergründen präsent sein.



Ziele

Entdeckung, Förderung und Vernetzung vorhandener Ressourcen und Kompetenzen.
Die Dorfakademie will nicht mit bereits bestehenden Angeboten konkurrieren,
sondern sie:

Schaffung einer Plattform für externe Künstler, Fachreferenten, etc., welches zunehmend an Attraktivität gewinnen soll und sich langfristig als ausgewiesenes Forum etablieren könnte


Organisation von speziellen Exkursionen, themenspezifischen Aktivitäten und Teilnahme an künstlerischen und kulturellen Veranstaltungen


Initiierung und Unterstützung von Angeboten zur aktiven Freizeitgestaltung und gezielte Förderung entsprechende Eigeninitiativen .
Hier ist eine große Bandbreite an Aktivitäten denkbar; beginnend mit kleinen gemeinsamen Aktivitäten innerhalb der Ortsgemeinde bis hin zur Planung, Organisation, Durchführung und Begleitung von Erlebnisreisen.



Methoden:

Als eingetragener Verein will die Dorfakademie nicht nur selbst aktiv werden und eigene Angebote machen sondern auch bereits vorhandene Möglichkeiten auf vielfältige Weise einbeziehen. In der praktischen Umsetzung ihrer Ziele könnte sich die Dorfakademie der folgenden Methoden bedienen:



Themenbereiche

Mit den hier aufgeführten Themenbereichen (Zugangsportalen) soll nicht eine bereits vorgenommene konkrete Planung dargestellt werden. Es wird nur versucht, Vorschläge für die inhaltliche Auskleidung einzelner Schwerpunktbereiche zu machen.
Die Themen sollen als Anregungen zum Weiterdenken einladen, einen Eindruck über die vielfältigen Möglichkeiten geben und letztlich den Leser zurücklassen mit der Überzeugung: "Das könnte auch für mich interessant sein!"



Kulturportal:


Denkbar wäre, dass die Gemeinde langfristig über solche Aktivitäten ein unverwechselbares, überregional bekanntes Profil entwickelt und sich einer breiteren Öffentlichkeit auch entsprechend präsentiert.



Wissensportal

Es besteht ein Bedürfnis nach Orientierung und Verstehen. Angestrebt wird eine Vertiefung des Wissens.
Ausgewiesene interne und externe Fachleute unterschiedlicher Bereiche sollen
Auch andere Formen des Wissenserwerbs sind denkbar:


Erlebnisportal:

Auf den Wunsch vieler Mitmenschen nach Urlaub vom Alltag, Freiräumen, Er-holung, Entspannung, alternativen Freizeitbeschäftigungen etc. könnte die Dorfakademie mit vielen erlebnisorientierten Angeboten eingehen:



Kreativportal:

Im Laufe der Jahre sind viele, früher bedeutsame Fähigkeiten und Fertigkeiten verloren gegangen. Altes handwerkliches Können, Umgang mit Werkzeugen, Leben mit der Natur, Pflege der Natur, Gestaltung von Bauerngärten, frühere Formen der Freizeitgestaltung (Schnitzereien, Nistkästen, Holzspielzeug etc), um nur einiges zu nennen, könnten eine Renaissance erleben.
Ebenso wäre es aber auch Ziel, aktuell vorhandene, künstlerische und manuelle Fähigkeiten zu fördern und zu vermitteln.
Dies könnte geschehen in:



Kommunikations- und Interaktionsportal:

Mit dem Ziel einer Erhöhung der Lebensqualität durch gemeinsame Aktivitäten im Ort sollen Feierlichkeiten und Feste, Maßnahmen der Freizeitgestaltung und Geselligkeit unterstützt werden durch:



Traditionsportal / Geschichtsportal:

Der Austausch zwischen den Generationen kann das Verständnis der Generationen füreinander fördern.

Älteren Menschen sollte die Möglichkeit gegeben werden, teilzuhaben oder Verständnis zu erwerben für die Aktivitäten und Interessen der Jugendlichen. Wichtig wäre aber auch, dass die Jugendlichen den älteren Menschen ihre Fähigkeiten zur Verfügung stellen, z.B. durch Unterstützung bei der Nutzung neuer Medien und Technologien.

Aber auch für die Pflege von Traditionen und Brauchtum im positiven Sinne sollte ausreichend Raum gegeben werden. Das Wissen um die eigenen Wurzeln bedeutet, das eigene Leben besser zu verstehen und eine gesunde Identität entwickeln und bewahren zu können.

Das noch vorhandene und gelebte Wissen um die Geschichte unseres Ortes und das frühere Leben im Dorfe sollte nicht verloren gehen.

Es bieten sich unendlich viele Möglichkeiten:
Informationsaustausch, Führungen, Gesprächsrunden, Sammeln von Anekdoten, Erlebnissen und Gepflogenheiten, Führung durchs Dorf, Diaabende, Filmvorführungen, gemeinsames Essen und Kochen, Vorführung früherer Arbeitstechniken, etc.; vielleicht mit dem Ziel dies alles in einer Dorfchronik festzuhalten.


Auch die Fülle der interessanten Themen ist unüberschaubar (hier nur wahllos nebeneinander gestellt):
Alte Kochrezepte, Schülerleben, Sprichwörter, Familie Anfang des 20 Jahrhun-dert, Hambuch in den Wirren des Krieges, Schule, Kirche, Flurbezeichnungen, bedeutende Personen, relevante Ereignisse, Berufsbilder, Heimatkunde, Rolle von Lehrer und Pfarrer, Freizeitverhalten in früherer Zeit, der Dorfgarten, Bäume veredeln und schneiden, alte Fähigkeiten und unzählige Themen mehr, die fortgeschrieben werden könnten.


Ähnliches gilt auch für da Zusammenleben mit den Menschen, die aus anderen Kulturkreisen kommend, sich für ein Leben in Hambuch entschieden habe. Das Fremde ängstigt und irritiert zunächst einmal. Lässt man sich aber auf den anderen ein, wird man die Möglichkeiten erkennen, die sich aus dem Zusammenfügen einzelner Wissens- und Erfahrungswerte für das Gesamte und damit auch wieder für den Einzelnen ergeben. Hier möchte die Dorfakademie ihre Möglichkeiten für die Bildung stabiler und tragfähiger Beziehungen einsetzen.



Evaluation

Als eingetragener Verein wird die Dorfakademie: